Wie produziert man ein Musical? - Mit Elisabeth Köstner
Shownotes
Wie produziert man ein Musical?
Damit ein Musical auf die Bühne gelangt, gehört weit mehr dazu als das, was man auf den ersten Blick sieht - Regie, Proben, Casting, Bühnenbild, Marketing … wie geht das eigentlich alles? Und wer wird immer übersehen? Ich habe Elisabeth Köstner eingeladen, die uns am Beispiel ihrer freien Produktion von “The Mad Ones” exemplarisch erklärt, was alles dazu gehört. Komm mit uns hinter die Kulissen!
Mehr zu Elisabeth: Instagram, facebook. Hier gibt’s mehr zu The Mad Ones.
Hier gibt’s alles von Musicalmasterclass.
Folgen, kommentieren und bewerten hilft mir, dass ich weitere Folgen produzieren kann.
Die Folge enthält unbezahlte Werbung.
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00:00:04:
00:00:07: Willkommen in meiner Musical-Masterclass.
00:00:09: Ich bin Jana, riesengroßer Musical-Fan und in diesem Podcast geht es um All Things Musical.
00:00:15: Das heißt Stücke, aber auch die Analyse derer, die Komponistinnen, die Inszenierungen, Dramaturgie, Musik.
00:00:21: Alles was dazu gehört.
00:00:23: Mit meinen wechselnden Gästen tauche ich deshalb immer zu einem Stück oder zu einem Thema besonders tief ein und möchte dir damit das Genre Musical noch näher bringen.
00:00:31: Schön, dass du dabei bist.
00:00:33: und jetzt viel Spaß mit dieser Folge von Janas Musical Masterclass und heute mit einem wunderbaren Gast, denn die liebe Elisabeth Köstner ist bei mir.
00:00:44: Sie wuchs in Oberbayern auf und fand über den Gesang den Weg zur Bühne.
00:00:47: Nach der Ausbildung als Musical-Darstellerin in Hamburg folgten bei ihr zahlreiche Engagements, zum Beispiel als Festes Ensemblemitglied, der in Deutschland einzigartigen Musical-Sparte am Theater für Niedersachsen in Hildesheim.
00:01:00: Dort hat sie schon in Ganz vielen Stücken gespielt, z.B.
00:01:03: Dogfight, Jesper in Deadland und täglich größter Smur mit hier.
00:01:06: Und seit dem Thema Schreiben und Regie führen für Musical auseinander.
00:01:12: Und so bin ich auf sie gekommen und dachte ... Sie wäre bestimmt ein spannender Gast, um mal beide Seiten oder vor allem auch diesen Wechsel vom Musical schauen und spielen, was wir immer viel im Blick haben auf, was passiert denn noch so alles zu richten heute mit ihr.
00:01:26: Sie ist außerdem noch im Vorstand der Deutschen Musical Academy und dort verantwortlich für die einzige offenen Bühnen im deutschsprachigen Raum, nämlich die Schreibmaschine.
00:01:36: Das ist ein tolles Konzept, das ich auch schon besucht habe.
00:01:38: Lohnt sich mal zu googeln, schreib Doppelpunktmaschine, so wird es geschrieben.
00:01:42: Das Weiteren setzt sich noch für mehr Vereinbarkeit von Familie und Theaterberuf ein und ist Gründungsmitglied der Bühnenmütter EV.
00:01:49: Ich freue mich so, dass sie zugesagt hat und wir jetzt eine ganze Stunde über ihr Regieprojekt sprechen konnten und die Rollen, die noch dazu gehören, ein Stück auf die Bühne zu bringen.
00:01:59: Wir gehen nicht auf die kreativen Arbeiten vor dem, auf die Bühne bringen ein, sondern Elisabeth ist mit einem Stück gestartet, das bereits existiert ist.
00:02:09: Aber das alles erzählt sie euch jetzt selbst, denn ich begrüße Elisabeth Köstner.
00:02:16: Herzlich willkommen in meiner Musical Masterclass, liebe Elisabeth.
00:02:20: Freue ich, dass du da bist.
00:02:22: Ich freue mich auch.
00:02:23: Du siehst mich wahrscheinlich gerade zum ersten Mal.
00:02:25: Ich habe dich schon zweimal auf der Bühne gesehen sogar.
00:02:29: Beim Murmeltier, täglich grüßt das Murmeltier, habe ich gesehen und die Schreibmaschine in Hamburg.
00:02:35: Und so bin ich auch ein bisschen auf dich aufmerksam geworden und folge dir auf Instagram und du teilst ganz viel über dein Leben mit dem Musical.
00:02:44: Es geht ja darüber hinaus übers Musical spielen.
00:02:48: Bevor ich wieder ins Gespräch heute reinstarten, mache ich aber mit den Gästen so eine kleine Quickfire-Round.
00:02:53: Das heißt, Fragen, die dich auch ein bisschen als Musical-Fan vielleicht darstellen, weil das natürlich die Zuhörenden sind und du darfst frei aus dem Bauch heraus antworten.
00:03:02: Das muss auch gar nicht zu lang sein.
00:03:04: Und wenn du dich nicht festlegen willst, dann gilt immer die Prämisse, was zur Zeit gültig ist.
00:03:09: Das ist nicht für immer ein Stein gemeißelt.
00:03:12: Bei der ersten Frage vielleicht schon.
00:03:14: Was war das erste Musical, das du gesehen hast?
00:03:17: Saturday Night Fever.
00:03:19: Spannend.
00:03:20: In welchem Theater?
00:03:21: Im Zirkus Krone in München.
00:03:24: Okay, auch spannend, im Zirkus.
00:03:26: Warte mal, das stimmt nicht.
00:03:28: Ich habe gesehen, Saturday Bite Fever.
00:03:31: Aus der Lichthof-Bünne bei der August Ewerding.
00:03:35: Das war eine Produktion von den Studierenden.
00:03:37: Das war davor.
00:03:38: Okay, auch ein cooles Haus steht noch auf meiner Bucketlist, da mal was zu sehen.
00:03:43: Was ist denn dein liebstes Musical oder derzeit?
00:03:45: Damit tun sich die meisten schwer.
00:03:48: Ja, ich war gerade in New York und hab sehr, sehr viel gesehen.
00:03:53: Und bis dahin war's Hades Town.
00:03:55: Einfach, weil mich die Musik extrem abholt.
00:03:58: Und das Konzept.
00:04:00: Und jetzt will ich hinzufügen, maybe happy ending, and two strangers carry a cake across New York.
00:04:10: Also total modernes Musical auch, ne?
00:04:13: Ich bin ganz bei dir.
00:04:14: Die würde ich auch alle drei sehr oben einordnen, hoffentlich noch nicht alle gesehen haben.
00:04:18: Und was ist deine schönste Musical-Erinnerung?
00:04:21: Du hast bestimmt schon sehr viel erlebt.
00:04:23: Aber ist da irgendwas besonders in Gedächtnis?
00:04:26: Im Publikum, meinst du?
00:04:27: Das darfst du interpretieren, wie du möchtest, das Sache auf der Bühne sein.
00:04:30: Ich glaube, der Moment, als ich die Premiere von Dogfight gespielt habe, das war meine erste abendfüllende Rolle.
00:04:39: Ich wirklich viel, viel Verantwortung getragen habe.
00:04:42: Und dann die Musik von Pessig und Paul zu singen
00:04:44: und
00:04:45: diese Chance bekomme ich.
00:04:46: Das war wirklich ... Das war ganz besonders für mich.
00:04:49: Ich hätte dich auch so gern gesehen.
00:04:51: Ich hab irgendwann mal gepostet, Stücke, die ich gerne in Deutschland hätte und Dogfight erwähnt.
00:04:55: Und jemand schrieb, das gab's doch schon.
00:04:56: Und ich meinte, was?
00:04:58: Also, große Empfehlung für jeden, da mal reinzuhören.
00:05:01: Ich finde, es ist immer noch ein bisschen zu wenig präsent dafür, wie vor allem die Musik echt richtig cool ist.
00:05:06: Das stimmt.
00:05:07: Kennst du ein Musical-Fun-Fact?
00:05:09: Was, was vielleicht jemand nicht weiß?
00:05:11: Und sich aber freut, wenn er's wüsste?
00:05:13: Ein Musical-Fun-Fact, den ich erlebt habe oder
00:05:17: etwas ... Zum Beispiel?
00:05:19: Oder weiß ich nicht, wie man schnell die Rolle wechselt oder so auf der Bühne.
00:05:23: Bühntricks, so was vielleicht?
00:05:25: Ja, das erzähle ich aber oft.
00:05:27: Ich hab tatsächlich bei Dogfels in mir regelmäßig Dinge passiert.
00:05:33: Ich hab vergessen, Kostümeteile anzuziehen und hab mich dann auf der Bühne wieder gefunden.
00:05:37: Da musste ich relativ früh auf einer Treppe sitzen.
00:05:40: Und ich hatte nämlich noch so eine Schürze über mein eigenliches Kostüm an.
00:05:43: Ja.
00:05:44: Und ich hab zweimal festgestellt, einmal, oh, ich hab noch meine Wollsocken an, weil es war sehr kalt auf diesem Abstecher.
00:05:49: Und ich guck sie nach unten, weil ich muss die Gitarre spielen am Anfang.
00:05:53: Jetzt komm ich auch nicht mehr von der Bühne.
00:05:54: Ihr seht alle meine schön gestrickten Wollsocken in den.
00:05:56: Ja.
00:05:57: Und das andere mal gucke ich runter
00:05:59: und
00:05:59: hab meine Rock nicht an unter der Schürze.
00:06:01: Oh, wow.
00:06:01: Oh,
00:06:03: cool.
00:06:03: Wenn ich jetzt meine Schürze aus sich hier in Strumpose...
00:06:08: Ja, und dann hast du die Schütze angelassen für diese Aufführung?
00:06:12: Nein, es gibt den Moment, da zieht sich Rose dann um für eine Party und da hatte ich halt dann eben den Moment des Rockes nicht mehr.
00:06:22: Oder ich habe sie ein bisschen länger angelassen, ich weiß es nicht mehr, aber ich musste dann in dem Moment auch sehr lachen, weil ich dachte, oh,
00:06:28: gut.
00:06:29: Wo war da dein Kopf?
00:06:30: So ist das mit Livevorführungen.
00:06:33: Ich weiß, das lieben auch immer alle, wenn was schief geht.
00:06:35: Das sagen immer alle Fans.
00:06:36: Ich glaube, als Darstellerin ist das bestimmt total blöd, wenn alle sagen, wir freuen uns so, wenn was schief geht, oder?
00:06:43: Es ist sehr schön, wenn was schief geht, muss ich sagen.
00:06:45: Okay, für euch auch.
00:06:46: Zwei herrliche Gruppenmomente gibt es auch noch in ... Company haben wir einmal den Einruf nicht gehört.
00:06:54: Und wir haben schon angefangen, fangen mit Bobby und ich hab den großen Kuchen reingetragen als Amy und ich war mit Bobby allein.
00:07:01: Weil alle anderen von der Geburtstagsgesellschaft haben das nicht gehört, dass wir schon anfangen.
00:07:05: Und wir mussten so lachen, als wir das gesungen haben, der viel Holz war.
00:07:08: Und ich, der den Bobby gesungen hat.
00:07:11: Weil wir so wärm singen, so gedacht haben,
00:07:13: wo sind denn alle?
00:07:13: Wo ist der Rest?
00:07:14: Es ist die Party jetzt eigentlich.
00:07:16: Genau.
00:07:16: Und bei Producers ist einmal der Vorhang zugegangen, bevor wir ... abgegangen sind als Tanz-Assemble.
00:07:24: Und dann haben wir spontan alle gleichzeitig uns unter den Vorhang durchgekämpft und gerobt.
00:07:29: Das hätte ich auch gestorben
00:07:30: vorlachen.
00:07:31: Ich bin gestorben vorlachen.
00:07:33: Und noch einen letzten Moment.
00:07:36: Da
00:07:37: habe ich mal Robin Hood gespielt, einen Schauspiel.
00:07:40: Und da ging der Vorhang eine Szene zu früh auf.
00:07:43: Also vorne fand noch eine Szene statt und es gab so einen Vorhang auf der Bühne.
00:07:48: Und wir waren auf Auftritt und merken, der Vorhang geht auf und sind alle automatisch ins Freeze.
00:07:53: Und haben uns aber so anguckt und waren so, okay, wir müssen jetzt hier vier Minuten stehen, weil hier so lang geht die Szene ungefähr.
00:07:58: Ich konnte nicht mehr, es war so schlimm.
00:08:01: Die haben einfach zu früh diesen Vorhang aufgemacht.
00:08:03: Also ist wahrscheinlich besser zu früh runter, weil man im Zweifel davor kann, als zu früh hoch und dahinter ist noch nichts.
00:08:09: Zum Glück hatten wir alle unsere Sachen an.
00:08:13: Na ja, manchmal, meistens fällt es ja nicht auf, aber es waren sehr gute Fun Facts.
00:08:18: Gibt es etwas, das sich an Musicals oder der Musical-Welt auch stört?
00:08:22: Ich versuche auch ein bisschen Kritik einfließen zu lassen, wenn es was gibt.
00:08:26: Also ganz allgemein finde ich, dass insgesamt noch das Musical zu wenig breit aufgefächert wahrgenommen wird im deutschsprachigen Raum.
00:08:35: Das hat natürlich mit einem großen kommerziellen Faktor von den großen Shows zu tun, dass da viel Geld Also ja, einfach im Umlauf ist und deswegen auf die Marketing gemacht werden kann, weil die ja keine Subventionen bekommen, müssen die natürlich auf diese Sichtbarkeit setzen und das prägt halt schon sehr das Bild von der Branche.
00:08:56: Und ich würde mir manchmal wünschen, dass wir ein bisschen diverser wären, was die Stoffe betrifft, sowie jetzt am West End und in Amerika.
00:09:05: Weil ich da eben Shows, die ich jetzt vorhin schon genannt hab, gesehen hab, die auch ein breites Publikum ansprechen.
00:09:12: Aber eben, glaub ich, durch diesen Ruf, den das Musiker bei uns hat,
00:09:16: nicht
00:09:17: wahrgenommen werden können.
00:09:19: Weil man halt nicht in einen Titel gehen würde wie Two Strangers Carry A Cake Across Berlin.
00:09:24: Ja, ist ja
00:09:25: kein neunziger Jahre Film, der auf die Bühne gebracht wird, ne?
00:09:27: Ja,
00:09:28: genau.
00:09:29: Also, die Stoffe stören mich ein bisschen, deswegen guck ich halt dann echt auch immer eben so über den Teich.
00:09:35: Und ansonsten, was das Business an sich betrifft, finde ich den Markt gerade jetzt als enddreißiger Frau auch crazy.
00:09:48: Also ich bin natürlich jetzt an dem Punkt, dass ich jetzt sage, ich muss nicht mehr alles machen.
00:09:53: Aber lustigerweise gehe ich jetzt mal wieder zu einer Audition.
00:09:57: Und hab das in der Story gepostet und krieg halt sofort Nachrichten von Leuten.
00:10:01: Wo ist die Audition?
00:10:02: Ich hab die Ausschreibung nicht gesehen.
00:10:03: Ich krieg gar keine Ausschreibungen mehr.
00:10:05: Also dieses hinterherhechten, das so viele diesen Job machen wollen und jetzt im Moment nach Corona halt auch viel gespart wird, wenig Gäste und Gästinnen gibt.
00:10:17: Das wüsste ich aber jetzt auch nicht, wie man das anders machen könnte.
00:10:20: Es ist einfach ein Beruf, der mega viel Spaß macht und den viele machen wollen.
00:10:24: Wenn es halt wenig Stellen gibt und gerade Kultur gespart wird, ist das eben eine Entwicklung, die da eher das noch befeuert.
00:10:33: Dieses Konkurrenz-Dings.
00:10:37: Ich würde mir so mehr miteinander wünschen.
00:10:39: Das finde ich irgendwie cool.
00:10:42: Dann tun wir heute den ersten Schritt dafür, dass es noch ein bisschen bekannter wird und auch die Stücke abseits von den großen Werbeplakaten.
00:10:50: Als letztes Frage stelle ich eigentlich, wenn wir über ein bestimmtes Stück sprechen, wie oft hast du das schon gesehen?
00:10:56: Aber heute geht es ja auch ein bisschen um das Produzieren eines Stückes, deswegen würde ich dich gerne mal fragen.
00:11:03: Ich greif kurz vorweg, du stellst The Mad Ones auf die Bühne.
00:11:06: Wie lang bist du in dieses Projekt schon involviert?
00:11:08: Eigentlich erst seit Januar letzten Jahres.
00:11:11: Also Inhalt, wenn es jetzt speziell um das Stück geht.
00:11:14: Das habe ich um die Zeit gefunden vor einem Jahr oder wurde mir vom Verlag noch mal geschickt.
00:11:20: Und auf die Suche nach dem Stück, was ich gerne ... Als Regisseurin ausprobieren möchte, bin ich schon länger.
00:11:27: Es war dann so die zwei Jahre davor, dass ich immer wieder halt geguckt habe, was für einen Stoff finde ich interessant, auf Verlagseiten in den Katalogen geguckt habe und so.
00:11:35: Aber speziell Mad Ones.
00:11:37: Und dann, dass ich eben wusste, das ist das, was ich als erstes Regieprojekt machen möchte, das weiß ich seit einem Jahr.
00:11:43: Und dann ging das ja dann relativ schnell.
00:11:48: Die führt schon auf, ne?
00:11:49: Genau, wir haben im Oktober Premiere gehabt und haben jetzt so vereinzelt immer mal wieder alle paar Monate Vorstellungen an verschiedenen Orten, genau.
00:11:57: Okay, also du gibst dein Regie-Debüt damit, bist aber von der darstellerischen Seite gestartet ins Musical und wir wollen uns heute ein bisschen erklären lassen von dir, weil ich das auch gar nicht alles weiß.
00:12:11: Wie kommt denn ein Stück auf die Bühne?
00:12:13: Aus Fan oder Zuschauersicht sieht man Darstellende ganz viel und da ist auch sehr viel.
00:12:18: Gerade auf Social Media.
00:12:19: und naja, ich mag diese total oder man folgt einzelnen Darstellern von Produktion zu Produktion.
00:12:24: Man hört natürlich Musik, man sieht irgendwie vielleicht auch noch Set und Kostüm.
00:12:29: Und dann finde ich hört es schon langsam auf, was so den Durchschnittszuschauer, Zuschauerinnen betrifft, was man weiß, was dazu gehört.
00:12:36: Regisseur kennt man, aber ich glaube viele wissen auch nicht.
00:12:39: was die Person eigentlich genau macht.
00:12:42: Und ich vermute, weit vorher passiert noch sehr viel mehr.
00:12:46: Und ich versuche ein bisschen, ich hoffe chronologischer durchzuleiten, aber du darfst mich immer verbessern, wenn du sagst, aber vorher muss noch diese oder jede Person drauf schauen oder diese Abteilung.
00:12:56: Und das machen wir einfach mal am Beispiel von deinem Projekt The Mad Ones.
00:13:00: Das war es ja ein besonderes Projekt ist.
00:13:02: Also es ist ja jetzt weder von der Institution noch irgendein anderen Produktionsfirma oder subventioniert im Theater, sondern es bin ja ich als Einzelperson, die sich gedacht hat, ich mache jetzt ein Stück.
00:13:13: Dementsprechend, ich bin nicht gelernte Produzentin und habe das Auto didaktisch jetzt einfach... angefangen und sagt ihr jetzt mal was ich gemacht habe aber gerne
00:13:24: der
00:13:24: weg ist den alle gehen und der zu machen ist keine ahnung.
00:13:27: also absolut
00:13:28: das ist heute das erste beispiel.
00:13:31: ja
00:13:32: genau
00:13:32: also ich bin auf die suche nach einem stück gegangen.
00:13:35: ich denke das machen auch leute die sonst produzieren dass man stoffe auscheckt und sich in der szene bewegt mit leuten spricht und habe bei verlagen eben durchforstet, immer so ein bisschen im Hinterkopf, was meine Größe ist.
00:13:51: Also wie viele Personen habe ich oder mit wie viel möchte ich arbeiten, was ist realistisch, wie viele MusikerInnen hätte ich und wie groß kann ich jetzt ein Bühnenbild oder so etwas bauen, also an welchem Ort möchte ich das gerne machen?
00:14:03: und dementsprechend sucht man dann die Stoffe.
00:14:07: Und dann, als es gefunden war und klar war, okay, das ist etwas, was ich machen möchte, dann schreibt man dem Verlag mit.
00:14:13: Wie ist das denn mit den Rechten?
00:14:15: Hat die gerade jemand?
00:14:16: Kann ich die haben für den und den Zeitraum?
00:14:19: Und dann schicken die einem eben einen Vorschlag für, oder wollen erst mal von einem wissen, wo, mit wem, wie lange, wie groß ist der Ort?
00:14:30: Und so, und dann können die einem einen Vertragsentwurf schicken für die Tantjeme.
00:14:35: dafür.
00:14:36: Und dann hat man, also jetzt ich als Privatperson, aber sicherlich auch als Produktionsfirma, bekommt man dann eben für diesen gewissen Zeitraum die Rechte.
00:14:44: Und da gibt es ganz viele Details, die dann noch eine Rolle spielen.
00:14:46: Habe ich die alleine, könnte auch jemand anders parallel das jetzt auch zur Aufführung bringen etc.
00:14:52: etc.
00:14:53: Da steht dann auch ganz viel drin, was man nennen muss, wenn man ein Programm hebt.
00:14:57: was auf dem Plakat alles drauf muss und so weiter.
00:15:00: In meinem Fall war es noch ein bisschen besonderer, weil da standen Bedingungen drin, die ich nicht erfüllen konnte.
00:15:06: Also, man müsste das eigentlich mit vier MusikerInnen machen, hat der Verlag gesagt.
00:15:09: Also habe ich Kontakt aufgenommen zur Schreiberin.
00:15:12: Every Loudermilk über Instagram.
00:15:15: Und es war auch sehr aufregend, weil sie sofort geantwortet hat und eigentlich sofort gesagt hat, okay, wir machen das möglich, dass du das machen
00:15:21: kannst.
00:15:22: Und letztendlich war der Plan, das dann nur mit Klavier zu machen.
00:15:25: Und auf einmal kam aber ein Geiger dazu.
00:15:27: Das heißt, jetzt haben wir auf einmal zwei Instrumente.
00:15:29: Und eigentlich ist es noch mit Hafe und Gitarre, was auch eine echt spannende Besetzung ist.
00:15:34: Ich wollte
00:15:34: sagen, Hafe ist ja sehr ungewöhnlich, aber
00:15:36: richtig cool.
00:15:38: Und spielt eigentlich eine sehr große Rolle, weil da ganz viele Motive immer von der Hauptrolle werden von der Hafe gespielt.
00:15:43: Das macht halt jetzt bei uns das Klavier.
00:15:46: Genau, also das ist so der Anfang, bevor etwas beginnt.
00:15:49: Und dann hab ich das ja... Darf
00:15:51: ich noch eine Rückfrage stellen?
00:15:53: Ja,
00:15:53: bitte.
00:15:53: Du hast erst mal den Fachbegriff Tanteime benutzt.
00:15:56: Der ist nicht geläufig, kannst du uns den noch mal erklären?
00:15:59: Ja, ich versuch es.
00:16:00: Also das ist ein Betrag, den
00:16:02: man
00:16:03: bezahlt, den Menschen, die es geschrieben haben, dafür, dass sie es geschrieben haben.
00:16:08: Also ein Schreiber oder eine Schreiberin wird vertreten mit dem Stoff, was er oder sie geschrieben hat, bei einem Verlag.
00:16:16: Und wenn jemand sagt, ich möchte ein Stück spielen, dann geht ein gewisser Teil von, also dann muss man Geld dafür bezahlen, dass man das spielen darf.
00:16:24: Und diese Summe nennt man ein Tantime.
00:16:26: Und das variiert von Popularität und von Stück zu Stück, ob das jetzt weniger oder mehr ist.
00:16:34: Auch, ob ein Stück halt viel gespielt wird oder nicht, dann ist das weniger.
00:16:38: oder mehr.
00:16:39: und dann kommt ein bisschen darauf an wie groß ist das Haus, an dem ich spiele.
00:16:42: Also da gibt es dann so prozentuale Regeln vom Ticketpreis, also da weiß ich dann nicht so genau, das ist dann alles so Verlagswesen.
00:16:49: Ja,
00:16:50: das heißt aber auch an so einem Stück, es geht ja auch viel so, wir sind Karten so teuer, bla, bla, bla, weil man, gerade Lizenzkosten sind ja auch eine der größten Posten soweit ich weiß, also allein um uns aufzuführen.
00:17:02: Es ist schon viel.
00:17:03: Kommt
00:17:04: auch das Stück drauf an.
00:17:05: Aber zum Beispiel ist es viel teurer eine Uraufführung oder eine deutsche Erstaufführung zu machen.
00:17:11: Nee, warte, eine deutsche Erstaufführung ist teurer.
00:17:13: Und also, wie gesagt, da kenne ich mich nicht aus, aber da gibt es richtig Tabellen und das spielt eine Rolle, ob Leute Stücke machen oder nicht und Stücke auswählen.
00:17:22: Ja.
00:17:23: Also es wäre auch eine Schraube zu drehen, also zu sagen.
00:17:26: Wir machen die, die wir sehen wollen günstiger.
00:17:28: Genau, Las Hades Town im Stadttheater in Deutschland spielen.
00:17:32: Da gibt es wahrscheinlich eine Schraube, die nicht zu drehen ist.
00:17:35: Oder weiß ich nicht, dass es Leute sagen, für das Geld, was ich zahlen müsste, weil es da so populär ist, rentiert sich das bei uns nicht, weil es kein Titel ist.
00:17:45: Das spielt für den Markt schon eine Rolle.
00:17:47: Absolut.
00:17:47: Aber ich hab nicht einen statistischen Einblick.
00:17:51: Aber es gibt einen guten Einblick dahingehend, warum einige Stücke, die sich die Fans wünschen, nicht aufgeführt werden.
00:17:59: Also, wenn's zu teuer ist oder wenn's nicht verkauft nachher.
00:18:02: Ich schätze, man muss diese Gebühren auch zahlen, auch wenn man nachher nur einen halben Saal voll hat, korrekt?
00:18:07: Ja, für einen Gastspielort ist es tatsächlich so, dann schreiben die mindestens.
00:18:14: Prozentual von der Einnahme, aber mindestens so viel.
00:18:18: Das heißt, man hat immer ein Risiko, wenn ich nur zwanzig Prozent der Sitze verkaufe, aber mein Mindestbetrag eigentlich fünfzig Prozent der Sitze erfordern würde, dann komme ich natürlich ins Minus.
00:18:29: Also es ist halt krass Mathe.
00:18:31: Das ist sicherlich nicht der einzige Grund, warum die Stücke nicht herkommen.
00:18:34: Aber einer, einer davon wahrscheinlich schon.
00:18:37: Okay, das heißt, du wolltest ein Stück aufführen, hast bei deinem Verlag dann The Mad Ones gefunden.
00:18:42: Kannst du das Stück vorher schon?
00:18:45: Ich kannte es unter dem anderen Titel, The Unauthorized Geography of Samantha Brown.
00:18:51: Das ist mir mal untergekommen während meiner Ausbildung, weil jemand Run Away With Me gesungen hat und Say The Word.
00:18:59: Das sind die zwei Songs, die ich kannte.
00:19:02: Ich auch.
00:19:03: Was war es?
00:19:04: Was war es?
00:19:05: Was war es?
00:19:07: Was war es?
00:19:08: Was war es?
00:19:09: Was war es?
00:19:12: Was war es?
00:19:13: Ah, das ist der Song zu dem Stück.
00:19:15: Oh, das ist der Song zu dem Stück.
00:19:17: Oh, da sind ja nach viel tolleren Nummern drin.
00:19:20: Ist eh ein tolles Komponisten-Doh, die beiden.
00:19:22: Die haben wir noch mehr geschrieben.
00:19:23: Ich fahre die auch super gerne.
00:19:25: Breeloudermilk und Kate Kerrigan, korrekt?
00:19:28: Genau, ich hab sie ja getroffen in New York, was auch echt nett war.
00:19:31: Super
00:19:31: wild, Kate Kerrigan.
00:19:33: Kurzer Exkurs, wie war das?
00:19:35: Das war toll.
00:19:36: Also, ich hab in New York, da war ich im November und wir hatten gerade Premiere, das heißt, ich hab halt einfach gedacht, ich schick den jetzt Bühnenbilder, ich schick den jetzt Reviews und frage, ob jemand von den beiden Zeit hat, einen Kaffee zu trinken, um ein Foto zu machen.
00:19:50: Genau, und dann hat Brie geschrieben, sie kann nicht, aber hat halt sofort irgendwie Kate ins CC gesetzt und die hat direkt geantwortet, ja, ich lebe zwar irgendwie in Brooklyn, glaube ich, aber ich bin in der Stadt an diesem und jedem Termin.
00:20:02: Ja, und dann waren wir da mitten in Manhattan und haben ein Kaffee getrunken und haben uns über ihr neues Projekt unterhalten, was super spannend klingt.
00:20:10: Ja, und das war, und haben einen gemeinsamen Bekannten den Marc Schuh bringen, den ich über die deutsche Musikleaktomie ein bisschen kenne.
00:20:17: Und er hat mit ihr zusammen so einen Aufbau-Schreiber in Kurs in New York gemacht.
00:20:23: Und so ist dann die Musikwelt doch kleiner, als man denkt.
00:20:26: Ja, verrückt, oder?
00:20:28: Und wie sieht sie das, dass die Stücke in Deutschland aufgeführt werden und übersetzt werden?
00:20:32: Also ist das eine große Ehre für sie?
00:20:34: Oder sagt sie, eigentlich kriegen wir davon gar nichts mit?
00:20:38: Also sie hat so ein bisschen aus dem Nägelschen auch geplaudert mit dem Stück, was sie jetzt gemacht hat und hat irgendwie gesagt, das kommt nach Deutschland und ist natürlich dann schon excited und aufgeregt.
00:20:47: Und also fand das schon auch cool, dass wir das gemacht haben.
00:20:51: Das ist natürlich bei denen jetzt schon lange her, dass sie das geschrieben haben, ich glaube, Genau.
00:20:56: Und die sind jetzt schon ganz woanders.
00:20:57: Ja, klar.
00:20:58: Ja, das ist ja häufig so, dass wir einfach ein bisschen später dran sind, weil die Übersetzung und so weiter ja noch kommen muss.
00:21:03: Genau.
00:21:05: Richtig schön.
00:21:06: Sie
00:21:07: haben ein bisschen erzählt, dass halt eben so diese Off-Broadway-Szene sich extrem verändert hat bei denen.
00:21:12: Also, dass halt irgendwie, das ist ja sehr viel teurer geworden, es so ein Projekt zu machen.
00:21:17: Also, darüber haben wir uns auch ein bisschen unterhalten.
00:21:19: Genau.
00:21:20: Die waren ja auch von ein paar Jahren Off-Broadway mit dem Stück nochmal, ne?
00:21:23: Mhm.
00:21:24: Ja.
00:21:25: Ja, schade.
00:21:25: Letztes Jahr lief es am Westend für, glaub ich, die Woche.
00:21:28: Stimmt.
00:21:29: Ja, der Pendler ist oder
00:21:30: so.
00:21:30: Ja.
00:21:31: Okay, das heißt, du hattest dein Stück, und du wusstest aber schon, hast du beschrieben ungefähr die, ich sag mal, die Kapazität, die Größe, wie du es auf die Bühne bringen willst.
00:21:42: Und dann brauchst du vermutlich, also, man denkt jetzt MusikerInnen und DarstellerInnen, aber jetzt denke ich auch, Requisite und Licht.
00:21:50: Und wo fängt man denn an, oder wo hast du angefangen?
00:21:54: Ja, ich hab angefangen Kollegen und Kolleginnen zu fragen, also tatsächlich schon bevor das Stück stand, habe ich Leute gefragt, hätte dir Boxer und Projektchen mit mir zu machen.
00:22:02: Ich möchte ausschließlich in die Regieposition und ich brauche Leute, die halt Lust haben, weil es wird no budget sein, es wird ein kollektivistischer.
00:22:11: Gedanke dahinter stehen, wenn wir was verdienen würden, dann werden wir das alles aufteilen.
00:22:17: Also hab mich weniger als Produzentin gesehen.
00:22:20: Sondern eher, wir sind eine Gruppe von Menschen, die sagen, man muss einen neuen Stoff machen und wir suchen uns einen Raum und gucken mal, was passiert.
00:22:30: Und dann hatte ich ein komplett anderes Termin als das Team, was es jetzt geworden ist.
00:22:35: Also es wurde einmal gekänzelt, leider.
00:22:38: Und dann ... hab ich das neu aufgerollt und hab dann noch mal neue Menschen gesucht, aber halt auch mit dem Gedanken dahinter, dass eben, dass wir als Team was auf die Bühne bringen wollen und alle haben Bock und es ist aber niemand jetzt zum Beispiel finanziell abhängig davon, weil ich ja keine, eben ich bin keine Produktionsfirma, sondern ... Wen kann ich finden im KollegInnenkreis oder auch auf Technikseite, der oder die Bock haben, das Stück zu machen?
00:23:11: Und das war viel herum telefonieren.
00:23:14: Ich hab dann im Umkreis von Hildesheim und Hannover gesucht, weil ich in Hildesheim lebe und überlegt, wen kenn ich.
00:23:20: Und dann sind mir relativ viele Leute eingefallen und empfohlen worden.
00:23:25: Und ... So hatte ich zumindest die Frauenrollen ziemlich schnell zusammen und dann musste ich für die Männerrolle
00:23:31: echt
00:23:32: viel telefonieren und habe eine Absage nach der anderen kassiert, weil das ist ja auch ein Problem, sag ich mal, vom Markt, dass es mehr Männerrollen gibt als Frauenrollen und aber weniger darstellende als Darstellerinnen.
00:23:46: Dementsprechend war es echt schwierig für so ein Projekt, jemanden zu finden, der die begeistert sind.
00:23:53: Und dann hatte ich irgendwann auf einmal zwei.
00:23:56: Und dann habe ich natürlich gesagt, okay, auf alle Fälle, ich weiß ja nicht, was passiert, weil Männer sind gefragt, aber ich nehme beide.
00:24:03: Ihr seid alternierend besetzt in dieser Rolle, ne?
00:24:05: Ja, das ist alternierend besetzt.
00:24:06: Und das ist wirklich ein großes Glück.
00:24:08: Alle, die dabei sind, haben so Bock auf das Stück und empfinden es so, oder sind so dankbar dafür, so ein Stoff mal zu spielen.
00:24:19: Und es ist ein ganz toller Vibe.
00:24:21: Und ähnlich ist das dann passiert mit den Gewerken, aber du gefragt hast, was braucht man noch alles?
00:24:26: Also Ausstattung, Requisite, Kostümen, das habe alles ich gemacht.
00:24:31: Ich habe aber eine Assistentin, die mir sehr viel geöffnet, mit der ich sehr viel gebrainstormt habe.
00:24:35: Da bin ich extrem dankbar.
00:24:36: Das ist eigentlich meine Babysitterin.
00:24:39: In Hildesheim kann man ja Kulturwissenschaften studieren oder auch in Ernährung der Künste und Medien.
00:24:45: Dementsprechend sind sehr viele Theatermenschen da, die... begeisterungsfähig sind, nicht immer für Musical, aber es sind immer Menschen, die Musical begeistert sind, auch in dieser Crowd, war eigentlich ziemlich superformativ unterwegs.
00:24:58: Und da habe ich eine ganz tolle Assistentin gefunden, mit der wir diese Dinge dann gebaut haben.
00:25:05: Die hat zum Beispiel die Illustration gemacht, die hat das Plakat gemalt, die baut jetzt immer die Bühne auf und richtet alles ein, also sie ist jetzt eigentlich Requisite.
00:25:16: Ja, und das machen wir alles selber.
00:25:18: und dann gibt es ja eben im Theater, in dem ich auch sehr viel gearbeitet habe.
00:25:23: Und darüber habe ich Technik gefunden, also eine Beleuchterin, von der ich auch wusste, ich will, dass du mitmachst.
00:25:30: Die musste dann.
00:25:32: Na, die hat dann irgendwann gesagt, okay, ich habe Bock.
00:25:37: Nein, sie hat eigentlich ziemlich schnell gesagt, ich habe Lust auf so ein Projekt.
00:25:40: Schön.
00:25:40: Und dann sind es auf einmal immer mehr geworden, als wir noch mehrere hatten.
00:25:45: Das Team kam eben dieser Geiger dazu.
00:25:48: Also ich hätte es ein großes Glück, einen fantastischen musikalischen Leiter zu finden, der das noch nie gemacht hat.
00:25:54: Noch eine Position, die besetzt werden muss eigentlich, musikalische Leitung.
00:25:58: ohne die geht Musiker nicht.
00:25:59: Wichtig.
00:26:00: Also das ist etwas, das ich überhaupt nicht erfüllen könnte.
00:26:03: Und ich brauche ja jemanden, der oder die auch den Abend bestreitet als die Band.
00:26:08: Also Ursprungsgedanke war ja, die Person ist alleine die Begleitung.
00:26:14: Ja.
00:26:16: Also jemand, der im Business ist, ist auch
00:26:18: gefragt,
00:26:19: so eine solche Menschen, die das können.
00:26:22: mit auf der Bühne und einstudieren.
00:26:25: Und da hatte ich das große Glück, dass ein Student hier war.
00:26:30: Die haben also auch meine Assistentin und er haben zusammen selber vor zwei Jahren einen Kindermusical auf die Bühne gebracht, Ritter Rost.
00:26:38: Und das hatte ich gesehen mit meinem Kind.
00:26:41: Deswegen wusste ich, okay, es gibt da Menschen, die haben auf Musikfühlen
00:26:44: und die
00:26:44: machen free Projekte.
00:26:46: Und dann habe ich, habe ich ihn gefragt und er hat quasi so vorgespielt.
00:26:50: Und da hatte ich die Hauptrolle schon und wir waren zu dritt in dem Raum.
00:26:54: Und eigentlich wollte ich es absagen, weil ich wieder die Männerrolle nicht gefunden habe.
00:26:58: Und hab gesagt, Leute, wir machen das stattdessen ein Liederabend, aber es wird nicht.
00:27:00: Und dann hat er angefangen zu spielen, sie hat angefangen zu singen.
00:27:04: Und die haben das fertig gesungen und wir haben alle direkt gesagt, oh, kacke, wir
00:27:08: müssen das machen.
00:27:09: Ich hab jetzt ein Gänsehaut, wenn du das erzählst.
00:27:11: Ja,
00:27:12: Lukas, das ist fantastisch.
00:27:14: So gut, wirklich.
00:27:15: Der weiß das gar nicht.
00:27:16: Lukas, wenn du das hörst, weiß gar nicht, wie gut du bist.
00:27:21: Vielleicht machen wir hier den kurzen Cut und spielen.
00:27:24: Du hast mir was geschickt im kleinen Snippet.
00:27:26: Den spielen wir jetzt ein.
00:27:27: Da hört man auch wunderbar die Streicher, oder die Geigerin drauf.
00:27:31: Und das Klavier und den schönen Gesang.
00:27:33: Einmal kurz eine Minute reinhören.
00:29:03: Also, ich hab's vorher schon mehrfach angehört, weil's so schön war, weil ich die deutsche Übersetzung auch noch nicht kenne.
00:29:07: Ich kann euch wirklich ... dich nur bestätigen, es klingt fantastisch.
00:29:11: Du hast gesagt, das ist so schwer, jemanden zu finden für musikalische Leitung, weil der bei dir vor allem beides machen musste, für die naiven Zuschauer.
00:29:20: Denn jetzt mal die Frage, wo ist denn der Unterschied zwischen Dirigentin und musikalischer Leitung?
00:29:26: Also, was muss denn noch erfüllt sein von so einer Person?
00:29:30: Weil so sieht man oft, man sagt, das Orchester spielt heute unter der Leitung von und dann denkt man die Person wedelt da ein bisschen im Tagstock rum.
00:29:36: Dass da mehr dazugehört, ist mir wohl bewusst, aber was ist denn das alles?
00:29:39: Also es ist, die Grenzen verschwimmen.
00:29:42: Also es ist auch total unterschiedlich, ob ich jetzt in einem kommerziellen Musical-Bereich unterwegs bin oder im Stadtjahr da.
00:29:48: Also musikalische Leitung bedeutet aber, glaube ich, immer, dass die Person auch beteiligt ist bei der Einstudierung.
00:29:56: Also ich bin in den Proben dabei, ich übe die Chorsätze.
00:30:01: Genau.
00:30:01: Und wenn ich jetzt in den klassischen Bereich gehe, ist das manchmal getrennt.
00:30:04: Also da gibt es eine Chorleitung, die zum Beispiel in der Oper, die studiert mit dem Opernchor die Chorsätze ein.
00:30:11: Und dann gibt es aber den Dirigenten, der die dann eben das Orchester dirigiert und den Chor dann auf der Bühne.
00:30:18: Das macht dann nicht mehr der Chorleiter.
00:30:21: Und manchmal ist es auch so, Es gibt KorruptitorInnen, die auch die Einstudierungen machen, oft mit den SolistInnen.
00:30:29: Und das sind dann in, weiß ich aber nicht, ich hab ja nicht so richtig im kommerziellen Bereich gearbeitet, aber das sind dann oft diese Assistenzpositionen und dann oft mit Dirigierverpflichtung.
00:30:41: Die müssen dann auch mal ran.
00:30:43: Genau.
00:30:43: Und was besonders ist im Musical, dass in ganz vielen Band-Musicals das Dirigart, also der Mensch, der dirigiert, auch noch... Die Kies spielt das Keyboard oder klick Tracks abfeuert.
00:30:58: klick Tracks sind Einspielungen, die zum Beispiel wird manchmal der Chor aufgenommen, wenn das zu krass zu singen ist.
00:31:06: für die Tanzsache zum Beispiel bei Mamma Mia gibt es
00:31:10: ja und Julia jetzt auch gerade in Hamburg, das hatten wir auch schon mal im Podcast.
00:31:14: Ich war auch gestern in Tatsache nicht dachte auch.
00:31:17: Ich glaube, das sind Klicktracks.
00:31:18: Es klingt viel zu voll dafür, wie ihr hier gerade rumspringt.
00:31:22: Also, ich meine, entweder ist es das Keyboard zwei oder das Keyboard eins.
00:31:26: Ich weiß nicht, aber auf jeden Fall ist es im Musical sehr oft, dass der Mensch, der dirigiert, auch noch spielt.
00:31:32: Also, eben, ist das verschwimmt?
00:31:34: Ich kann jetzt nicht genau, glaub ich, abfenzen.
00:31:37: Meinst du, das ist,
00:31:38: um eine Position zu sparen?
00:31:40: Oder das ist, weil es einfach diese Person braucht, die alles überblickt, weil es nur dann funktionieren kann, wenn ich eben das ... Orchester und die Clicktracks zusammenbediene.
00:31:48: Ich glaube,
00:31:49: dass es im Musical die Person braucht, die das alles überblickt und musikalisch das zusammenhält.
00:31:55: Ja.
00:31:55: Und dann Timing hat.
00:31:56: Also im Musical gibt es ja ganz oft den Fall, dass Text über Musik passiert.
00:32:00: Ja.
00:32:01: Und es sogenannte Vamps gibt.
00:32:03: Also es werden Takte wiederholt bis ein gewisses Stichwort fällt.
00:32:07: Und dann muss die musikalische Leitung oder die Regaltheit wissen.
00:32:10: Ja.
00:32:10: Und jetzt gehen wir weiter in der Musik und gibt halt ein Zeichen für die Bühne oben und für die Band unten.
00:32:15: Ja.
00:32:16: Und das ist eine ganz extrem wichtige Schnittstelle im Musical, die sehr, also da ist ja ganz viel Gefühl fürs Szenentiming auch gefragt.
00:32:26: Also ich glaube nicht, dass das ein Sparmaßnahme ist, das zu kombinieren.
00:32:31: Aber auch
00:32:32: voll gut, dass, weil
00:32:33: es
00:32:33: oft wird, dass so gesagt, du musst das auch noch machen und so, weil die da nur sechs Leute sitzen haben wollen, aber ich... Also es klingt total logisch, dass das einfach eine Person machen muss, sonst... Funktioniert das nun mal nicht?
00:32:43: Ja, also muss, weiß ich nicht, natürlich wäre es wahrscheinlich konvinienter, wenn einer nur für die Koordination zuständig wäre, aber vielleicht ist es nicht das effektivste.
00:32:55: Ja, ja, ja.
00:32:56: Also ich glaube, wenn manchen Stücken macht, das hat total Sinn, dass das bei einer Person liegt.
00:33:04: Okay, du hattest jetzt gesagt, es gibt einen Assistenz und dich und ihr habt Bödenbild abgedeckt, ihr habt eine Lichttechnikerin gehabt, ihr hattet das Ensemble und die Musiker innen.
00:33:12: Mhm, genau.
00:33:14: Jetzt denke ich gerade am Marketing Front of House oder fehlt noch was von sonst so?
00:33:18: Das liegt alles bei mir.
00:33:20: Also, Akquise zu machen für Spielorte, Verträge machen mit Spielorten, Marketing machen.
00:33:30: dass irgendwie nach außen tragen und promoten.
00:33:32: Das mache ich jetzt auch alles selber.
00:33:35: Also da habe ich eben keine Person dafür.
00:33:38: Aber in den Standardprodukt oder in größeren Produktionen, in denen du auch gearbeitet hast, da wässt alle diese Aufgaben, die du benennst, bei einer Abteilung oder mindestens eine Person?
00:33:46: Genau, es gibt eine Marketingabteilung, die meistens auch eben Presse- und Öffentlichkeitsarbeit macht.
00:33:54: Die schreiben die Texte, die man das Programm hebt, die geben eine Pressemitteilung raus.
00:34:00: die laden Leute zur Premiere ein.
00:34:02: Es gibt das Vorderhaus, die machen das Ticketing.
00:34:08: Das ist in meinem Fall schon ausgelagert, weil das die Veranstaltungsorte meistens jetzt machen für uns das Ticketing.
00:34:14: Also da bin ich nicht involviert.
00:34:16: Jetzt an dem Abend selber habe ich aber schon, also als wir Premiere hatten, stand ich mit einer Person, die spontan dazukam, weil sie auch Bock hatte, vorne am Schalter und habe die Gästeliste, also die Tickets abgerissen, irgendwann habe ich zu ihr gesagt, ich bin zu aufgeregt.
00:34:30: Kannst du das bitte tun?
00:34:32: Ja.
00:34:32: Kannst
00:34:32: du es alleine machen?
00:34:36: Genau.
00:34:37: Und auch eben Requisite, Beleuchtung, Bühntechnik, Maske, Ankleider.
00:34:45: Also Maske und Ankleidung machen die selber.
00:34:48: Die Leute, also die Darstellenden, organisieren sich da total selber, schminken sich vorher selbst.
00:34:55: Aber sonst sind das alles einzelne.
00:34:57: Bereiche.
00:34:58: Wir sind quasi jetzt eben, ich sag ja schon, kollektivistisch unterwegs, wie das viele Leute in der freien Szene auch machen.
00:35:07: Da ist alles so sehr self-made und es gibt die Grenzen, also die Grenzen verschwimmen, ist nicht so aufgeteilt wie in einer Institution.
00:35:15: Und jetzt nochmal zu deiner Arbeit als Regisseurin.
00:35:17: Du hast das ja zum ersten Mal gemacht, aber vielleicht kannst du ein bisschen erläutern, was denn die Aufgabe der Regie ist und auch wie du denn Ich sag mir jetzt ganz naiv, vielleicht, daran gegangen bist.
00:35:28: Ja.
00:35:30: Also, für mich ist die erste Aufgabe von der Regie in einem Team, hoffentlich, ein Konzept zu entwickeln für den Rahmen des Abends.
00:35:42: Also, wie soll das aussehen?
00:35:44: Also, erst mal, welche Bedingungen hab ich und wie kann ich mit diesen Bedingungen den Abend so erzählen, dass er sich für mich ... ...relevant anfühlt.
00:35:56: Und das ist ein extrem kreativer Prozess natürlich.
00:36:00: Also jetzt in dem Fall von Mad Ones, war es eben kleiner Spielort, mir war klar, das Bühnenbild muss in mein Hyundai passen.
00:36:08: Also wie muss das Konzept sein, dass es nix kostet und in einen kleinen Wagen passt?
00:36:17: Gerne foldbar, hast du gesagt zu deinem Bühnenbild.
00:36:20: Genau.
00:36:20: Und dann sind wir halt irgendwann, oder bin ich irgendwann dazu gekommen, Umzugskartons zu verwenden, weil es auch zum Thema passt.
00:36:27: Weil das Thema von dem Stück ist Aufbruch.
00:36:30: Und man, wann ist man an einem Wendepunkt in seinem Leben, wenn man auszieht oder einzieht irgendwo.
00:36:36: Das heißt, das Bündnisbild sind halt eine Person und das ist in dem Fall eben die Hauptrolle, steht zwischen gepackten Kisten und hat da ihren Moment von... wo alles fällt auf mich rein was passiert mit meiner zukunft?
00:36:50: und das hat für mich auf einmal voll sinn gemacht.
00:36:52: das sind dann so klickmomente dann denkt man irgendwie tage drauf und dann war es so okay das ist es es sind umzugskartons.
00:37:00: das ist der erste schritt finde ich so eine idee zu finden mit der man für die man sich dann halt entscheidet und das
00:37:06: ist dieses Entschuldige, was man dann mit Inspiration, glaube ich, auch beschreibt immer.
00:37:11: Ich finde, Inspiration ist manchmal schwer zu greifen, aber genau wenn ein dieser Gedanke so trifft oder irgendwie die Musik küsst ja quasi, dann das ist Inspiration, oder?
00:37:23: Das ist Inspiration und dann muss man sehr viel immer arbeiten, dass man nicht auf die Suche geht nach einer noch besseren Idee.
00:37:30: Also für mich bedeutet dann auch Regie Konsequenz.
00:37:33: Also wenn ich mich entschieden habe für ein Konzept, dass ich dann damit gehe.
00:37:39: Und halt gucke, wie ist das jetzt zuträglich für das Stück?
00:37:43: Setze ich jetzt gerade ein Konzept drauf, was nicht macht, also was einfach keinen Sinn macht für dieses Stück.
00:37:50: Oder ist es tatsächlich... passt es an jeder Ecke von diesem Skript, dass da diese Umzugskartons sind.
00:37:56: Krieg ich das hinten, dass das Sinn macht?
00:37:58: Oder versuche ich jetzt, was draufzustülpen, was nicht ist?
00:38:02: Also das wäre, ist mein Verständnis von der Regie.
00:38:04: Und ja, das ist dann die Inspiration, dass man halt denkt, oh, das ist, glaube ich, die Idee, die für alles geht.
00:38:11: Genau.
00:38:11: Und dann bin ich so vorgegangen, dass ich eben überlegt habe, wie müssen die einzelnen Orte aussehen im Stück?
00:38:22: Das ist ja dann schon Bühnenbild und da bin ich dann tatsächlich mit der Assistentin, haben wir eben Schachteln geschoben in ihrer WG.
00:38:28: Sehr gut.
00:38:30: Weil da war ein Zimmer grad frei, die wohnt mit dem riesen Altbau.
00:38:33: Da hat man Platz.
00:38:35: Schöne hohe Decke.
00:38:37: Voll.
00:38:37: Und haben halt überlegt, wie kann man das halt, also wir haben erstmal diese Äußerlichkeiten geklärt.
00:38:41: Also wie kann sich die Bühne schnell verwandeln?
00:38:44: Wie können wir über die Bühne schnell erzählen?
00:38:46: Wir sind in einem Auto, wir sind an einem Küchentisch, wir sind whatever.
00:38:52: Das ist alles Vorarbeit, bevor die Leute überhaupt dazukommen.
00:38:55: Das ist zumindest mein Verständnis, dass ich weiß, wo sind die, wie verändert es sich, also eine Idee habe davon.
00:39:04: Und dann bin ich in rollenden Recherchen, also das denkt man ja immer mit, dass nicht klang trennen.
00:39:12: Hab ich überlegt, wie sind für mich die Personen.
00:39:16: Und dann habe ich da Listen geschrieben, wie ich die Personen verstehe.
00:39:21: Und das passiert auch alles vor dieser ersten Probe.
00:39:25: Ja.
00:39:26: Und dann sind wir in einen, haben wir uns in einem Raum getroffen, ich habe alle diese Ideen geteilt und habe die erst mal sechs Wochen in Vorbereitung geschickt.
00:39:35: Also das ist natürlich der Vorteil von der freien Szene.
00:39:38: Ich habe die Konzeption so vorgezogen, dass die mit meinen Ideen mal schwanger gehen konnten.
00:39:44: Und als wir dann angefangen zu proben, hatten die auch schon ihre Vorschläge dazu, die rollend sein müssen.
00:39:49: Und dann haben wir ziemlich echt eng getaktet, eigentlich in vier Wochen Szene für Szene, das durchgestellt.
00:39:57: Also mit, okay, mein Verständnis ist dann von Regie, man geht rein, macht klar, was ist der Raum?
00:40:05: Was soll passieren?
00:40:06: Was ist vielleicht der Bogen?
00:40:08: Und dann fängt man an, Stück für Stück zu bauen und zu überprüfen, ob es sich für die Logik schon gut anfühlt.
00:40:16: Und dann gibt es sensiblerere Momente im Stück.
00:40:18: Es gibt einen sehr sensiblen Monolog von der Hauptrolle.
00:40:21: Und da war mir klar, der soll sehr körperlich sein.
00:40:25: Und weil sie im Prinzip halt, also der Vorteil von so Kisten, da kann man doch rumhauen und ein bisschen Zerstörwut haben.
00:40:34: Also das ist ja in dem Stück jetzt viel um Trauerarbeit, weil da ein Verlust verarbeitet wird und da sind wir so ein bisschen auch in die verschiedenen Stufen von einem Trauerprozess rein.
00:40:46: Es gibt irgendwann den Wut und dann das loslassen.
00:40:51: Genau, dann sind das so Szenen, wo man weiß, man muss davor ganz viel aufbauen, dass es sich dann entladen kann.
00:40:59: Und das auf dem Schirm zu haben, die Menschen da hinzuführen.
00:41:04: Das war mir halt auch irgendwie sehr, sehr wichtig, weil ich ja auch von einer anderen Seite komme und oft nicht, oft dachte, okay, dieser Bogen fehl mir gerade, den zu, den zu kriegen oder
00:41:13: ja.
00:41:14: Das bedeutet aber auch, dass man als Regisseurin finde ich sehr selbstbewusst oder sehr selbst sicher auch ein bisschen sei muss, wenn du sagst, ich habe jetzt diese Inspiration genommen und ich entscheide mich für meine Idee und ich vertraue mir gerade, dass das funktionieren wird und ich stelle mich auch vor meinen Ensemble und sagst, schau mal, Das sind meine Ideen und die finde ich gut und jetzt nehmt die an.
00:41:37: Also hat fast ein bisschen was von Teamlied oder von Führungskraft so ein bisschen auch.
00:41:42: Das ist voll
00:41:43: das Liederschirm.
00:41:44: Ja, das ist total krass und das war für mich ein bisschen ein abgefahrener Prozess.
00:41:51: in dieser Position zu sein.
00:41:52: Ich habe so viel gelernt über oder so viel auch mitgenommen für mich, wenn ich jetzt wieder mal auf die Bühne gehe, wie ich das finde, wie also das mal zu spüren, in welchen Prozess diese andere Seite ist und wann
00:42:04: man halt wo
00:42:05: hakt.
00:42:07: Und ich für meinen Teil habe dann halt immer gesagt, okay, weiß ich jetzt gerade nicht.
00:42:12: Ich muss darüber nachdenken, weil man wird ja bombardiert mit Fragen, die man sich selber nicht, also ich kann mir ganz viele Fragen vorherstellen und dann kommen aber halt Dinge, die ich so okay weiß ich nicht.
00:42:21: Wann bringe ich das von links nach rechts, keine Ahnung.
00:42:25: Und dann, da sind so viele Listen und es ist so eine Denkarbeit, das war mir überhaupt nicht klar, dass das so ein Schreibtischjob eigentlich ist, da viel und so im Kopf stattfindet.
00:42:36: Und dann auch eben so viel für, man muss mit der Gruppe sein und eben viel fragen und auffangen, wie es den Menschen geht.
00:42:45: Das war cool, das zu spüren.
00:42:48: Und ja, man muss da selbstbewusst reingehen.
00:42:51: Aber für mich ist es immer ein Teamgedanke dahinter.
00:42:55: Und wenn die Personen meine Idee, wenn ich merke oder beide merken, das funktioniert nicht.
00:43:01: weil die Ideen so weit auseinander sind, dass wir sie nicht zusammenbringen, dann finden wir gemeinsame Idee oder lassen es liegen und schauen, ob uns was einfällt über Nacht.
00:43:11: Also ich war nicht auf meiner Idee, sondern habe immer das Verständnis gehabt.
00:43:19: dass wir in einem vertrauensvollen Rahmen zusammen was finden.
00:43:23: Und ich muss sagen, die haben mir sehr extrem viel Vertrauen entgegengebracht.
00:43:28: Und das war mega, mega schön.
00:43:30: Und es gab, es gibt Nummern, da sind so sieben Minuten Gesangsnummern drin.
00:43:33: Und ich durfte nichts streichen, auch etwas, was im
00:43:36: Verlag
00:43:37: steht.
00:43:38: Und mir war klar, um sieben Minuten Duett zu füllen, boah, krass, also wieder den Bogen zu finden.
00:43:45: Und da gab es wirklich Proben.
00:43:48: wo wir immer und immer wieder das Zeit rumprobiert haben und die so toll alles ausprobiert haben.
00:43:54: Und dann sind wir, glaube ich, wieder zurückgekehrt, sogar im Anfang.
00:43:59: Also, es ist ein spannender Prozess.
00:44:02: Und wie explizit sind deine Regieanweisungen?
00:44:04: Also sagst du wirklich, in diesem Moment musst du den Kopf um dreißig Grad nach rechts neigen und den, weiß ich nicht, Kaffeebecher in die Hand nehmen oder sag, irgendwann guckst du halt rüber und nimmst dein Kaffee mit.
00:44:16: Ich mach das so.
00:44:19: Ich gebe einen Rahmen.
00:44:20: Also ich sage, ich hätte gern, dass du die Nummer dort beginnst mit der Kiste auf dem Boden.
00:44:27: Und an dem Punkt zieht es dich zur Jacke rüber.
00:44:32: Wie?
00:44:33: Show me.
00:44:35: Oder wenn die Leute das dann einmal angeboten haben, weiß ich, dass ich sagen kann, okay, ich glaube, an dem Moment braucht es eine Geste.
00:44:45: Also ich muss was im Körper tun.
00:44:47: Aber ich würde nie sagen, du musst den Kopf um rechts neigen.
00:44:50: Das ist für mich ganz am Ende vom Probenprozess.
00:44:53: Oder wenn wir schon einen Rahmen haben.
00:44:55: Und das ist ja ganz technisch.
00:44:57: Das ist dann so was wie, wir haben eine Tribüne an dem Spielort, du musst tatsächlich gucken, dass du den Blick, dass ich in dich reingucken kann, ein bisschen höher setzt.
00:45:06: Aber mit sowas würde ich halt nie beginnen in... Du musst jetzt hoch gucken.
00:45:12: Also hoffe ich, dass ich das nicht gemacht habe.
00:45:16: Das heißt ihr habt eigentlich zusammen erarbeitet auch das Stück.
00:45:19: Das heißt ihr habt mit einer großen Leinwand sagt man hier oft angefangen und dann die sozusagen dekondiert und dann wurde das Bild am Ende immer detaillierter.
00:45:28: So läuft wahrscheinlich klassisch so ein Inszenierungsprozess ab, oder?
00:45:32: Ja, genau.
00:45:32: Wobei ich schon, glaube ich, ziemlich viel vorgegeben habe an Ideen, aber nicht die Ausführung davon.
00:45:39: Also keine Ahnung, einfach gesagt.
00:45:41: Und dann hätte ich gerne, dass ihr euch schlägt.
00:45:44: Sehr gut.
00:45:45: Dass es das auf einmal eine Mädchenrangelei gibt.
00:45:47: Weil die Jungs dürfen immer rangeln.
00:45:50: Ich liebe das, ja.
00:45:52: Also, guck mal, ob ihr euch irgendwie schubsen könnt.
00:45:56: Und dann mussten die da schon lachen.
00:45:58: Und quasi solche Aufgaben zu stellen, Also eine Aufgabe zu finden, von der ich weiß, als Darstellerin, da wird was passieren an Emotionen.
00:46:08: Das fand ich sehr spannend als Regie.
00:46:10: Also zu überlegen, okay, was kann ich denen jetzt körperlich geben, dass ich dann, dass dann was passiert mit Stimme.
00:46:19: Also, oder auch ziemlich krasses Lied im zweiten Akt.
00:46:23: Da wird es eigentlich total eng und verzweifelt für die Hauptrolle.
00:46:26: und dann habe ich halt gesagt, ich Ich glaube, du musst immer kleiner werden vom Gefühl her im Körper.
00:46:32: Weil die Musik macht das die Größe.
00:46:34: Die Musik macht die Größe und wenn du die Schultern nach vorne ziehst und den Bauch rein, dann kommt auf einmal eine Beklemmung in den Körper.
00:46:47: Ich habe ja viele Schauspielproduktionen gemacht und das ist was, was ich ganz arg mitgenommen habe, dass man über über eine Körperlichkeit eine Empfindung herstellen kann, auch wenn ich sie in dem Moment jetzt nicht als Elisabeth habe, dass der Körper mir dann sagt, was passiert.
00:47:05: Und das war oft der Weg, den ich genommen habe, glaube ich, in meiner Regie.
00:47:11: Dass ich so war, aber nie.
00:47:13: Also ich hab tatsächlich nicht gesagt, mach die Schultern nach vorne und zieh den Baum ein, sondern werde kleiner.
00:47:19: Das heißt aber auch, dass das Handwerk von einem Schauspieler oder einer Schauspielerin sehr eng verwoben ist, zumindest in deinem Fall, aber ich vermute auch bei anderen Regisseurinnen, mit Regie eben.
00:47:29: Also wenn du sagst, gerade diese Körperlichkeit, das muss die Regie, die dann ja auch wissen,
00:47:34: dieses...
00:47:35: funktioniert über den Körper oder die Haltung.
00:47:38: Also mir ist das wichtig.
00:47:40: Ich kann dir jetzt nicht spiegeln, dass das allen Regisseurinnen wichtig ist.
00:47:47: Ich glaube, da gibt es ganz, ganz, ganz große Unterschiede.
00:47:51: Ich musste mir den Beruf erarbeiten und quasi meinen Körper und meine Emotionen zu finden.
00:47:58: Also Schauspiel war meine Schwäche.
00:48:00: Weswegen ich nie genommen wurde bei Aufnahmenprüfungen, ich kam vom Singen.
00:48:05: Oder das wurde mir gespiegelt damals.
00:48:08: Und am Ende der Ausbildung hatte ich da die beste Note.
00:48:11: Das heißt, ich hab echt... Ich hab das so geknackt, glaub ich.
00:48:16: Und hab dann auch viel unterrichtet.
00:48:18: Auch zum Beispiel, wenn ich Gesang unterrichte, geh ich auch ganz viel über Emotionen und über... Was muss dein Körper tun, dass diese Emotionen vielleicht kommt und so?
00:48:27: Wie kannst du das entwickeln?
00:48:28: Deswegen ist das, glaub ich, mein Weg.
00:48:30: Aber es ist nicht pauschal zu sagen, dass jetzt jede Regie... den Weg nimmt oder da und es ist ja auch ganz spannend.
00:48:36: Es gibt Menschen auf der Bühne und das ist auch was, was Leadership wieder ist oder wo ich gemerkt habe.
00:48:42: Man muss die Menschen erst mal kennenlernen, mit was die umgehen können.
00:48:45: Also ich habe sehr schnell gemerkt, wem kann ich diese Anweisungen jetzt so geben und bei wem sage ich?
00:48:54: am besten nix, weil ich weiß.
00:48:56: Ich muss halt nur sagen, das ist für mich der Bogen von der Rolle in dieser Szene.
00:49:02: Das ist der Höhepunkt.
00:49:04: Und dann konnte ich es einmal laufen lassen und auf einmal war das so, oh wow, ich habe nie damit gerechnet, dass das passiert.
00:49:12: Und das ist aber so.
00:49:13: in den ersten zwei Wochen stellt man das dann fest.
00:49:15: Und das war auch natürlich sehr spannend zu sehen, also zu gucken wer.
00:49:20: Und das ist auch nicht jetzt pro Person, sondern es kann auch vom Moment zum Moment unterschiedlich sein.
00:49:25: In der Einszene kann die Person damit was anfangen.
00:49:28: sehr loose Anweisung zu kriegen und in der anderen Szene braucht es irgendwie mehr Führungen.
00:49:37: Also macht mega Bock.
00:49:41: Für mich hat sich die Arbeit sehr selbstverständlich angefühlt.
00:49:45: Ich habe in einem Kontext gearbeitet, in einem kleinen Ensemble.
00:49:48: Da hatten wir sehr viel Verantwortung immer für unsere Figuren selbst.
00:49:53: Weil es oft sehr eng getaktet war, dass man so eine Art Arbeit gar nicht machen konnte.
00:49:58: Und da habe ich auch Autodidaktischheit gelernt, das für meine Figuren selber zu machen.
00:50:05: Und das war jetzt der erste Versuch, das für andere zu tun.
00:50:09: Und das war cool.
00:50:11: Schön.
00:50:12: Eine letzte Frage vielleicht zur Regie.
00:50:15: Musical bedeutet ja, ich habe Schauspielszenen und dann Gesang.
00:50:19: Und das ist total unnatürlich, sag ich mal, dass ein Charakter auf einmal singt, statt zu sprechen.
00:50:24: Ich finde, Theater ist immer ein bisschen nahbarer und ich hab, also, erkenne auch Freunde, die sagen ja, warum singen die denn jetzt?
00:50:31: Also, das ist, ist das eine Herausforderung für dich in der Regie gewesen?
00:50:35: Wie schaff ich das denn, so ein ganz smoothen Übergang zu schaffen und es eben nicht so künstlich wirken zu lassen durch das Singen?
00:50:42: Also, ich muss ja dann auch ehrlich sagen... Mein persönlicher Geschmack sind Musicals.
00:50:49: Ja.
00:50:50: Ich stelle mich da auch nicht dran.
00:50:52: Nee, also ich mag Musicals, in denen die Musik oft das Innenleben darstellt.
00:50:59: Also den inneren Monologen.
00:51:00: Bei Mad Ones ist das ja auch durchgehend, ein innerer Monolog.
00:51:04: Und weniger, ich bin jetzt realistisch in ...
00:51:08: Die Marktzene und alle singen sich
00:51:10: an.
00:51:11: Was wir heute Abend essen.
00:51:13: Also weniger dieses Durchkomponierte, sondern und also da habe ich mir schon ein Stück ausgesucht, was mir in was dem entspricht, wie ich Musical verstehe oft.
00:51:22: Und ich habe da lustigerweise immer mit einer mit einer Kollegin, die dramaturgin ist, so ein Austausch, weil ich ja auch schreibe und für mich ist immer klar, ja, wenn die singen, dann ist das der innere Monolog und sie so, nee, da bin ich nicht da, Kor, die können doch auch in der Szene mal was verhandeln.
00:51:38: Also für mich.
00:51:39: Ja, sage ich jetzt ganz ehrlich, es ist auch oft schwierig, wenn das, wenn quasi an Stadt zu sprechen gesungen wird.
00:51:47: Als Darstellerin meinst du.
00:51:48: Ja, und ich nicht.
00:51:49: Nee, also auch zu gucken.
00:51:51: Das ist eine subjektive Wahrnehmung, dass ich es lieber mag, wenn das ein Innenleben darstellt.
00:51:58: Der beste Beispiel ist ja Frühlingserwachen.
00:52:01: Da ist ja immer auch mit Mikrofonen gekennzeichnet.
00:52:03: Jetzt gehen sie in ihren Kopf.
00:52:05: Und das ist die Begründung, warum sie singen.
00:52:07: Fällt mir leichter.
00:52:10: Ich mache jetzt im Sommer ein Stück, ein Kinderstück, da wird es nicht so sein.
00:52:12: Und ich freue mich schon drauf, jetzt quasi trotzdem zu begründen, dass die singen.
00:52:18: Das
00:52:18: kannst du als nächstes knacken.
00:52:20: Das kann ich als nächstes knacken und im Kinderstück ist es ja noch so ein bisschen aufgeweichter, ne?
00:52:24: Weil ich meine, das ist ja meistens so fantasievoll, das ist natürlich.
00:52:29: Also warum soll die, warum singt jetzt Herr Fuchs?
00:52:31: Ja, ja.
00:52:32: Keine Frage, stellen mir gar nicht die Frage, dass diese Person jetzt sprechen sollte.
00:52:36: Also, ne?
00:52:37: Da ist ja ganz umgedreht, dass man...
00:52:39: Die Kinder sind da, in dahingehend ein dankbareres Publikum.
00:52:42: Ja, ich glaube schon.
00:52:44: Schön.
00:52:45: Du hast gerade gesagt, deine Freundin ist Dramaturgin.
00:52:48: Dieser Begriff viel heute noch gar nicht, gehört aber irgendwie auch noch dazu.
00:52:51: Was macht denn eine Person mit diesem Beruf?
00:52:55: Oh, das ist wieder eine gute Frage.
00:52:57: Also, ich würde mal behaupten, oft gibt es den Moment, dass man sich fragt, was
00:53:04: macht denn die Dramaturgie?
00:53:06: Also, Dramaturgie ist eigentlich mit im Team von dem Kreativ.
00:53:11: Team bei einem Stück, also die das auf eine Bühne übersetzen, was da geschrieben wird auf Papier, beziehungsweise schon davor mit dabei, wenn es um eine Fassung geht.
00:53:19: Also wenn es z.B.
00:53:21: Striche geben darf oder wenn man sagt, wir bringen das Stück jetzt in einen modernen Kontext und müssen dementsprechend Passagen ändern, damit es nicht mehr eighteenhundert irgendwas ist, dann ist die Dramaturgie beim Prozess mit der Regie am Start des Textbuch zugestalten.
00:53:37: Dann Im Probenprozess ein Spiegel zu was funktioniert und was nicht.
00:53:42: Also man kann sich ja auch Gedanken darüber machen was wollen wir?
00:53:46: oder sollte man sich was wollen wir mit diesem Stück sagen was ist für uns die Relevanz?
00:53:50: und das wird dann im Vorfeld auch mit der Dramaturgie besprochen und dann sie oder er hat dabei um zu gucken ist das der Bogen den wir nehmen wollen oder oder nicht.
00:54:03: oft werden, sind die Menschen, die es machen, auch in der Position zu sagen, ist das politisch korrekt.
00:54:10: Also haben wir uns da Standards überlegt und driften wir jetzt gerade ab.
00:54:15: Also Frauenfiguren oder was auch immer oder auch, da gibt es aber auch mittlerweile eigene Jobs am Theater, so Diversitätsbeauftragte und Intimity Coaches zum Beispiel, wenn es um Intimes Zähnen geht.
00:54:30: Aber ich würde sagen, kann auch so ein bisschen in den Bereich fallen von der Dramaturgie.
00:54:36: Und dann wird auch das Programmheft gestaltet von der Dramaturgie und da eventuell Texte hinzugefügt oder Interviews geführt mit der Regie, die daneben hat redaktionell sozusagen eine redaktionelle Arbeit.
00:54:52: Und im Zurkonzeption gibt es oft eine Materialmappe für die Menschen, die das Stück machen, zumindest am Stadthjahr da.
00:55:02: Man kriegt dann so ein vierzig Seiten PDF oder früher tatsächlich ausgedruckt mit Informationen zu der Zeit.
00:55:09: Also, dass die Darstellenden und alle, die involviert sind, wissen, in welchem Kontext sind sie so?
00:55:13: ein bisschen wie deine Konzeptvorstellung, wo du erzählt hast, die durften einmal sechs Wochen damit arbeiten, so in die Richtung dann.
00:55:20: Genau, also ich glaube, bei modernen Stücken oder wenn halt gesagt wird, wir haben das im heutigen Kontext, brauchst du den Kontext ja nicht so richtig.
00:55:28: Aber, keine Ahnung, Dracula.
00:55:30: Da haben wir zum Beispiel Materialmapper bekommen mit viel Originaltext von Bram Stoker.
00:55:37: Oder dann halt auch der Zeit.
00:55:39: Also, wie war das Frauenbild damals?
00:55:42: Wie wurden die ausgebildet?
00:55:45: Nähbücher auf dem Kopf.
00:55:46: Wie war so die Haltung, dass man so ein bisschen lesen kann, ein bisschen Futter kriegt.
00:55:51: zu dem Kontext, in dem das Stück spielt?
00:55:53: Also, das ist ... Ich finde, das ist irgendwie wichtiger für ... wenn es halt in der anderen Zeit spielt oder in einem anderen Kontext oder halt ein spezielles Fass aufmacht, in dem ich mich halt normalerweise nicht befinde, keine Ahnung, Psychotherapie oder eine Kollegin von mir, weil sie ein Stück macht, was viel damit zu tun hat und dann hat sie quasi so, ist hier unterwegs gewesen in der Klinik.
00:56:17: Ja, cool.
00:56:18: Genau.
00:56:19: und da das zusammenzustellen in Text für alle, die beteiligt sind, das macht auch oft die Dramatur.
00:56:24: Also noch ein spannender Beruf, den
00:56:26: man oft
00:56:27: über sieht.
00:56:28: Hey, in Hildesheim kommen ganz viel Dramaturk in den Herd.
00:56:32: Schön.
00:56:34: Okay, um das vielleicht ein bisschen jetzt abzuschließen, dieses sehr spannende Gespräch.
00:56:39: Ihr habt aufgeführt und ihr seid der letzte Vorhang sei jetzt mal gefallen.
00:56:43: Was musste noch alles passieren, damit das Stück auch zu Ende ist?
00:56:48: Man denkt vielleicht, Bühnenbilder müssen irgendwo hin.
00:56:52: Aber passieren noch andere Dinge, um eine Produktion zu beenden.
00:56:55: Also, bis die Premiere kommt, meinst du?
00:56:58: Ja, oder wirklich auch nach der letzten Vorstellung.
00:57:00: Also, weiß ich nicht.
00:57:03: Ja.
00:57:04: Das weiß ich ja noch nicht, weil die da noch nicht da nicht gewesen wären.
00:57:07: Bis früher, bis Frühjahr, siebenundzwanzig quasi Anfragen.
00:57:10: Wow.
00:57:11: Und ja, ist echt cool.
00:57:14: Also ... Nachdem wir jetzt gespielt haben, ist es in meinem Fall so, weil wir ein Kollektiv sind, bauen alle zusammen ab.
00:57:23: Sehr gut.
00:57:24: Was echt lieb ist und ich lebe meinen Team, also da gibt es egal Hauptrollen, es sind ja alles Hauptrollen, aber egal, wir falten zusammen die Schachteln und tragen sie in meinen Kleinwagen.
00:57:36: Und dann kommen sie in meinen Keller.
00:57:39: Und jetzt, wenn dann das vorbei sein sollte, Dann gibt's eine Abrechnung.
00:57:46: Also erst mal dazwischen, wir haben jetzt gespielt in einem Venue.
00:57:51: Dann wurde vorher einen Vertrag mit dem Venue gemacht.
00:57:56: Also ich hab halt, ich hab ja selber keinen Theater, das heißt, ich such mir Spielstätten.
00:58:01: Und dann wird besprochen, wie wollen wir das vertraglich machen?
00:58:03: Wird das eine Aufteilung, vierzig, sechzig?
00:58:06: Ja.
00:58:07: Dafür macht ihr das Marketing und das Ticketing und wir bringen das Stück.
00:58:12: Und dann wird das alles danach abgerechnet, da kriegt man diese ganzen Zahlen, dann
00:58:21: wird
00:58:22: irgendwann eine Rechnung kommen vom Verlag.
00:58:25: Ah, man zahlt hinterher?
00:58:27: Ja, also so ist es jetzt vereinbart, wir haben das alles geregelt im Vertrag, was es sein wird und dann machen wir das in einem Schwung jetzt für diese Vorstellung, die wir alle spielen.
00:58:37: Und dann muss ich tatsächlich einen neuen Vertrag machen, weil wir eben jetzt über meinen eigentlichen Vertrags- oder Rechtsvertragszeitraum hinausgehen.
00:58:45: Und hoffe, dass ich die Rechte auch wieder kriege und könnte toll.
00:58:50: Und dann, äh, genau, dann wird das alles abgerechnet, dann ist das irgendwann vorbei und die Umzugskisten sind...
00:58:56: Es geht quasi in den Fundus.
00:58:58: Genau.
00:58:59: Und dann ist ein Stück auch...
00:59:01: Ja, dazwischen haben wir noch gefilmt und ich verschicke halt das Video, weil ich mich natürlich bewerbe für auch jetzt Regie oder halt Bock habe, das irgendwie parallel laufen zu lassen, zu auf der Bühne stehen, dass ich hoffentlich ein bisschen mehr auch parallel Regie machen kann in der Zukunft.
00:59:20: Da bin ich sehr gespannt.
00:59:22: Ich glaube, das ist ein hartes Pflaster.
00:59:26: Dafür drückt... Entschuldige, ich hab grad ein Frosch im Hals, das muss jetzt so klingen, glaub ich.
00:59:31: Wir drücken dir natürlich die Daumen dafür, dass du noch viel Regier fühlen kannst.
00:59:36: Ich hoffe, ich kann's mir auch anschauen, euer Stück.
00:59:38: Ihr kommt nämlich auch nach Hamburg.
00:59:40: Magst du vielleicht zum Schluss noch mal ganz kurz ein paar Sätzen die Handlung zusammenfassen und aufzählen, wo wir euch noch sehen können?
00:59:49: Worum geht's in Mad Ones?
00:59:52: Mad Ones ist im Prinzip eine Geschichte zwischen zwei Freundinnen und Es geht darum, dass das Abschlussjahr stattgefunden hat.
01:00:03: Wir sind in einem amerikanischen Kontext, also am Ende der High School.
01:00:07: Und die junge Frau, namens Sam, hat in diesem Abschlussjahr einen Verlust erlebt.
01:00:14: Ihre Freundin wurde oder ist bei einem Autounfall umgekommen.
01:00:18: Und sie hat aber einfach weitergemacht, wie man das so macht.
01:00:22: Also, er wurde klassenbeste, hat ihren Freund, hat ihre Mutter, die ... die sie sehr in die Richtung pusht, zu studieren.
01:00:31: Und dann, in meinem Fall, gibt es eben den Moment des Innehaltens, als die letzte Kiste gepackt wird, um noch um dann feinli mal zu reflektieren, was ist eigentlich passiert.
01:00:42: Und auf einmal geht ein innerer Strudel los.
01:00:45: Und in diesem Strudel wird das das letzte Jahr Revue passiert und begleitet wird dieser Strudel immer von der besten Freundin, die halt eben im Kopf zurückkommt.
01:00:56: und sie in die Richtung pusht, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
01:01:00: Also sie ist sehr gegenwohl zu der Mutter und da sind irgendwie so ein bisschen zwei Feminismusansätze vertreten.
01:01:06: Also die Mama, die sagt, wir haben uns da was er kämpft als Frauen und das kannst du doch nicht loslassen.
01:01:12: Als Klassenbeste musst du aufs College gehen.
01:01:14: Und Kelly, die beste Freundin mit einem moderneren Feminismus, die sagt, guck was du fühlst und steht dafür ein was für dich wichtig ist.
01:01:24: genau und das ist im prinzip der konflikt von dem stück.
01:01:27: und darüber hinaus ist es super witzig weil diese zwei freundinnen halt ziemlich viel quatsch erleben und dann ziemlich viel quatsch veranstalten was man halt so in dem alter alles durchmacht an Problemen und Dingen, die so sind.
01:01:47: Also eine Coming-of-Age-Geschichte mit ... mit Witz und Trauerverarbeitung und Aufbruchsstimmung.
01:01:56: Also so habe ich's, glaub ich, immer geschrieben.
01:01:57: Ein Stück, was Mut macht, loszufahren.
01:02:01: Mhm.
01:02:02: Und die Musik auch ... Also kann man ja auch schon hören von diversen Aufnahmen.
01:02:07: Kann man auch mal reinhören.
01:02:08: Spiegelt es auch.
01:02:10: Genau, es ist modernes Musical, es ist total verwoben, musikalisch und ist sehr unterstützend für die Handlung und es ist sehr berührend.
01:02:24: Auch wenn man den Soundtrack hört, kriegt man eine Idee von... wie tief das geht.
01:02:29: Und das ist jetzt auch das, was wir erlebt haben im Publikum.
01:02:32: Es war für uns selber überwältigend, um ehrlich zu sein.
01:02:34: Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, wie bewegt die Menschen sind von dem Stück, was natürlich auch damit zu tun hat, dass wir das in einem sehr intimen Rahmen spielen, also sehr nah dran sind, die Leute.
01:02:49: Und apropos, wir spielen das... Im April, noch mal in Hildesheim, fünfmal tatsächlich, zwischen der Dreiundzwanzigsten und der Neunundzwanzigsten April, im Theaterhaus.
01:03:03: Das ist die Off-Bühne in Hildesheim, ein ganz kleines Haus mit fünfzig Plätzen.
01:03:08: Man muss vorher auf Toilette gehen, weil sonst schon über die Hühne auf Toilette gehen.
01:03:13: Das ist ein ganz, ganz toller Ort.
01:03:17: Wir sind in Hamburg am neunten und zehnten Mai.
01:03:21: Und ich sage das jetzt als Tisa, auch wenn es noch nicht fix ist.
01:03:25: Aber hoffentlich, teuter, teuter könnt ihr uns die Daumen drücken, fix wird.
01:03:28: Wir sind auch im Herbst, Winter, spätherbst in Berlin.
01:03:34: Oh wow.
01:03:35: Genau.
01:03:36: Liebe Elisabeth, das war so spannend.
01:03:38: Es hat mir so viel Spaß gemacht, mit dir zu sprechen und vor allem zu lernen.
01:03:43: Ich hoffe, den Zuhörnern hat es auch Spaß gemacht.
01:03:46: Wenn man mehr von dir sehen will oder hören oder wie auch immer, du hast eine wunderbare Webseite, da gibt es ganz viele Infos, aber man findet dich auch auf allen Social-Media-Kanälen korrekt.
01:03:55: Also am
01:03:55: meisten bespiele ich tatsächlich Instagram und jetzt hab ich ein bisschen mit TikTok angefangen, um meinen Weg zu begleiten, jetzt von der Bühne auch ein bisschen in Regie zu kommen.
01:04:06: Und da gebe ich echt viel Einblick in die Theaterarbeit, aber auch in mein Leben mit Familie und in dem Beruf.
01:04:18: Und da freue ich mich natürlich immer, wenn Menschen mir folgen und mich dabei unterstützen, das sichtbarer zu machen.
01:04:25: Und ja.
01:04:26: Also mir hat es auf jeden Fall schon einige Augen geöffnet von dem, was du geteilt hast.
01:04:31: Und dafür auch vielen Dank, auch für deine Zeit.
01:04:33: Sehr gerne.
01:04:34: Und wer weiß, vielleicht laufen wir uns noch mal über den Weg in einer anderen Folge.
01:04:39: Ja, das würde mich sehr freuen.
01:04:40: Vielen Dank für die Fragen, Jana.
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